häkelnfilzenstrickensticken

 

Von wegen Langeweile!

Handarbeiten sind in den vergangenen Jahren wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit vieler Kreativer gerückt. Aus angestaubten Nischenthemen sind sehr lebendige Hotspots geworden.

Verblüffend ist, dass die Begeisterung plötzlich ungewöhnlich weite Kreise zog. Mützenhäkelnde BWL-Studenten motivierten Jungs es ihnen gleich zu tun und festzustellen, dass es ziemlich coolo ist, in der Lage zu sein, mit Nadeln und Faden in den eigenen Lieblingsfarben Brauchbares zu klöppeln. Das Bundesministerium für Wirtschaft honorierte dieses Engagement mit einem Förderpreis. Zwei andere Männer aus Skandinavien häkelten Weihnachtskugeln, was uns eine Reihe sehr vergnüglicher Beratungsgespräche bescherte.
Wolle, Garne, Stoffe, Werkzeuge: Der Bedarf stieg so schnell, dass auch die Beschaffung abenteuerliche Geschichte schrieb. Motiviert durch ihre Erfolgserlebnisse gründeten Kreative eigene Unternehmen für den Vertrieb ihrer Objekten. Und das alles und noch viel mehr verschmolz mit der digitalen Welt und Social Media.

Das allerschönste aber war zu sehen, wie nicht nur bei den Büchermachern und Produktentwicklern, sondern auch in unendlich vielen Familien plötzlich die Generationen ein neues gemeinsames Thema oder gar Projekt hatten. Das selbstverständliche und routinierte Wissen der Älteren war mit einem Mal kostbar geworden für die, die ein wollenes Ziel hatten, aber noch nicht die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Man konnte uns fragen, im Internet nachsehen oder es sich eben von jemandem stundenlang geduldig zeigen lassen. Enkel und Oma wurden zur stillvergnügten Produktionsgemeinschaft. Und sind es in vielen Fällen immer noch.

Wunderbar!